Full text: Über seine zweite Schingú-Expedition

  
  
Vorgánge auf geographischem Gebiet. 407 
bevorstehende Fahrt auf dem Tocantins nach Pará wie folgt: „Aus 
der Stromverbesserung der Amerikaner wird wohl nichts werden, da 
mit den winzigen 125 Kontos (ca. 200000 M.) Subvention dieses 
Riesenwerk nicht ausführbar ist. Die Bootfahrt beginnt in S. Maria. 
Der beste Pilot ist schon engagiert, doch werden wir Arbeit genug be- 
kommen, indes soll bei gehöriger Vorsicht keine Gefahr sein. Bei 
den Chambioas ist massenhaft einzuhandeln, doch unter aller Vorsicht 
wegen der verräterischen Neigungen dieser raffinierten Wilden. Sie 
haben schon zu viel auf dem Gewissen, als daß man ihnen ohne 
weiteres trauen darf. Zwei Dörfer lassen übrigens gar keine Fremden 
heran. Unter günstigen Verhältnissen kann man von S. Maria in 20 
Tagen an der Küste sein. Es muß häufig ausgeladen werden, bei 
Itapoca muß das Gepäck ı Legoa (6 km) über Land getragen wer- 
den. In Goyaz machte ich noch in den letzten Tagen die Bekannt- 
schaft des Dr. Julio Aloes da Cunha, eines jungen, deutsch sprechen- 
den Ingenieurs, der von der Regierung beauftragt ist, in Goyaz ein 
meteorologisches Observatorium einzurichten und, mit Instrumenten 
aller Art ausgerüstet, im Juli dort anlangte.* 
Herr Missionsinspektor Dr. C. G. Büttner schreibt an die Re- 
daktion: ,,In Nr. 7 der Verhandlungen von diesem Jahre finde ich es 
auf Seite 341 als bemerkenswert bezeichnet, dafs in der Wüste Gobi die 
große Trockenheit der Luft den bei Südwind zuweilen fallenden Regen 
den Boden oft gar nicht erreichen läfst. Eben dasselbe habe ich auch 
in Damaraland (in Otjimbingue) öfters gesehen. Man hörte sogar bis- 
weilen kurz vor Beginn eines Regenschauers über sich ein eigentüm- 
liches. Geräusch, wie von fallendem Regen, ehe es wirklich unten 
zu regnen anfing; dieses wurde von einigen dahin erklärt, dafs es eben 
über uns schon regene, dafs aber die Tropfen nicht eher den Boden 
erreichten, bis auch die unterste Luftschicht, sei es durch das hinein- 
fallende Regenwasser oder die Abkühlung, mit Wasser gesättigt sei. Ich 
selbst lasse die Hypothese dahingestellt, jedenfalls lies aber die Art 
des eigentümlichen Geräusches eine solche Erklärung ganz wohl zu, 
und es wäre vielleicht gut, wenn noch weitere Beobachtungen über 
diesen Punkt gesammelt würden.“ 
Vorgänge auf geographichem Gebiet. 
E. Hartert, ehemaliges Mitglied der Flegel’schen Nigerexpedition, 
befand sich auf seiner hauptsächlich entomologischen Sammlungs- 
zwecken gewidmeten Reise Mitte dieses Jahres landeinwärts von Thai- 
ping in Perak auf der Halbinsel Malakka und beabsichtigte von da sich 
nach dem Kinta-Distrikt im Inneren der Halbinsel, dem Wohnsitz der 
ethnographisch interessanten Sakejs zu begeben. 
Die zuerst von Wojeikoff ausgesprochene, aber noch nicht voll be- 
wiesene Ansicht, dafs die Westküste Japans im Jahresmittel warmer 
ist, als die Ostküste, erfährt jetzt seitens Prof. Hann in Peterm. 
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