Full text: Der Kalender in gemeinverständlicher Darstellung

   
   
  
Monats- und Jahresanfang. 77 
entweder in religiöſen Gebräuchen oder auch in mehr oder 
weniger willkürlichen kalendariſchen Beſtimmungen ihren Grund 
haben. Es gibt im ganzen fünf ſolcher Ausnahmefälle oder 
„Verhinderungen“, welche eine Verſchiebung des Neujahrmoleds 
bedingen; es ſind die folgenden: 
1. Fällt der Neujahrmoled auf Sonntag, Mittwoch oder 
Freitag, ſo verlegt man Neujahr auf den folgenden Tag, 
weil ſich ſonſt durch die an Neujahr geknüpften Feſte die 
Feiertage zu ſehr häufen und dadurch Mißſtände (z. B. 
in bezug auf die Beerdigung der Toten) herbeiführen 
würden. Dieſe Verhinderung heißt Adu (Name ent—⸗ 
ſtanden aus der Zuſammenfügung der Zeichen für Sonn— 
tag, Mittwoch und Freitag). 
2. Fällt der berechnete Neumond nach 18 Uhr, d. h. 12 Uhr 
mittags, weil die Stundenzählung mit 6 Uhr abends 
beginnt, ſo wird die Mondſichel ſicher erſt am nächſten 
Tage gegen Abend ſichtbar, weshalb man Neujahr auch 
erſt am folgenden Tage beginnen läßt. Dieſe Ver— 
hinderung heißt Jach (d. h. 18). 
3. Müßte wegen der Verhinderung Jach Neujahr auf Sonn⸗ 
tag, Mittwoch oder Freitag fallen, ſo wird es wegen 
Adu noch einen Tag ſpäter angeſetzt. Dieſe Verhinderung 
heißt Jach⸗Adu. 
4. Fällt in einem Gemeinjahr der Neujahrmoled auf einen 
Dienstag zwiſchen 90 11,60 (d. h. 204 Chlakim) und 
188, ſo würde der Neujahrmoled des folgenden Jahres 
auf einen Sonnabend nach 18 Uhr fallen, müßte alſo 
wegen Jach-Adu auf den folgenden Montag verlegt 
werden. Dadurch würde aber das laufende Gemeinjahr 
eine Länge von 356 Tagen erhalten, was bei einem 
Gemeinjahr im jüdiſchen Kalender nicht vorkommen darf— 
Deshalb muß man das laufende Gemeinjahr anders an— 
fangen und verlegt daher ſeinen Anfang von Dienstag 
auf Donnerstag. Dieſe Verhinderung heißt Gatrad. 
(Name entſtanden aus der Zuſammenfügung der Zeichen 
für Dienstag, 9 Stunden und 204 Chlakim.) 
5. Fällt in einem Gemeinjahr, das auf ein Schaltjahr folgt, 
der Neujahrmoled auf Montag zwiſchen 156 32,7 w 
(d. h. 589 Chlakim) und 186, ſo fiel der Neujahrmoled 
  
  
  
  
  
   
 
	        
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