Volltext: Der Kalender in gemeinverständlicher Darstellung

  
    
    
Viertes Kapitel. 
Der KRalender der Mohammedaner. 
Mohammed hat für ſeine Anhänger auch kalendariſche 
Vorſchriften getroffen, wobei er ſich auf den bei den Arabern 
vorhandenen Kalender ſtützte. Dieſe rechneten nach reinen 
Mondmonaten und kamen dadurch mit dem Sonnenlauf bald 
in Widerſpruch, ſo daß zu Mohammeds Zeiten die Monate 
ſchon in anderen Jahreszeiten lagen, als ſie der etymologiſchen 
Bedeutung ihrer Namen nach urſprünglich gelegen haben müſſen. 
Möglicherweiſe glichen die Araber ihre Mondmonate auch durch 
eine Schaltmethode gegen den Sonnenlauf aus und wandten 
dieſe Schaltung nur unrichtig an, ſo daß dadurch die Ver— 
ſchiebung der Monate entſtand; wenigſtens fühlte ſich Moham— 
med bewogen, die Schaltung zu verbieten. So rechnete man 
denn nach Mondmonaten von wechſelnder Länge, die aber 
niemals mehr als 80 Tage betragen durfte. Ein neuer Monat 
fing an, wenn zwei Gläubige an einem Orte mit freier Aus— 
ſicht in der Abenddämmerung die neue Mondſichel wahrnahmen 
oder — wenn das durch trübes Wetter nicht möglich war — 
wenn der vorhergehende Monat die Höchſtzahl von 30 Tagen 
erreicht hatte. Es konnte daher vorkommen, daß an zwei ver— 
ſchiedenen Orten desſelben Reiches die Monate an verſchiedenen 
Tagen begonnen wurden und verſchiedene Längen hatten. Daß 
nach einem ſolchen Syſtem eine genaue und zweifelsfreie 
Datierung bzw. die ſichere Übertragung eines auf Grund eines 
derartigen Kalenders fixierten Datums in die Angaben eines 
anderen Kalenders unmöglich iſt, iſt wohl ohne weiteres klar, 
man wird da häufig um mindeſtens einen Tag, gelegentlich 
auch mehrere Tage in Zweifel ſein. In ſolchen Fällen kann 
die Angabe des Wochentages, wenn ſie beigefügt iſt, ſehr 
wichtig ſein. 
Die Woche war bei den Arabern ſchon vor dem Auf— 
treten Mohammeds im Gebrauch, und zwar hatten ſie dieſelbe 
wahrſcheinlich von den Juden übernommen, wenigſtens deutet 
 
	        
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