Full text: Über seine zweite Schingú-Expedition

  
  
  
414 Literarische Anzeigen. 
Literarische Anzeigen. 
Anleitung zu wissenschaftlichen Beobachtungen auf Reisen in Einzel- 
Abhandlungen verfafst von A. Ascherson, A. Bastian, C. Borgen 
{vee A herausgegeben von G. Neumayer. 2. vóllig umgearbeitete 
und vermehrte Auflage in zwei Bánden. Berlin, R. Oppenheim 1888. 
  
  
» Was Hánschen hier in Mitten der europáischen Kultur nicht gelernt 
hat, das lernt Hans draußen in Centralafrika oder im brasilianischen 
Urwald nimmermehr‘ in diesem Satz lassen sich ungefähr die Einwände 
zusammenfassen, welche gegen die Zweckmäßigkeit solcher Werke, wie 
das vorliegende erhoben worden sind. In der That, die Mitführung 
eines solchen Buches wird aus dem Reisenden, welcher verabsäumt hat, 
zu Hause sich die nöthige Vorbildung für seinen zeitweiligen Beruf zu 
verschaffen, noch durchaus keinen erfolgreichen wissenschaftlichen 
Forschungsreisenden machen. Das um so ‘weniger in einem Zeitalter, 
welches die Kinderschuhe der ,,Durchquerungen“ abgestreift hat und 
immer wachsende Anforderungen auch an den Forschungsreisenden 
stellt. An der Hand einer solchen Anleitung allein wird ein von Hause 
aus nicht vorgebildeter Forscher z. B. weder gute Ortsbestimmungen 
noch auch botanische Sammlungen mit zurtickbringen kónnen, die eine 
wesentliche Fórderung der botanischen Kenntnis des bereisten Landes 
bewirken. Er wird, um bei diesem Beispiel zu bleiben, nur zu leicht 
in Gefahr geraten, “das Auffállige und bereits Bekannte seinem Herbar 
einzuverleiben und das Neue, wissenschaftlich Wertvolle, vielleicht Un- 
ansehnliche zu úberblicken, wenn er nicht vor Antritt seiner Reise Vor- 
studien an einem gröfseren botanischen Museum über die Flora des 
von ihm zu bereisenden Gebietes gemacht hat. Die notwendige Er- 
gänzung einer solchen Anleitung ist eine gründliche Vorbildung vor 
Antritt der Reise und, wie nicht oft genug betont werden kann, 
Schaffung von Kursen und Gelegenheiten, in denen sich der Reisende 
für hervorragende Seiten seines Berufes, wie Erlernung von astrono- 
mischen Ortsbestimmungen und geographischen Aufnahmen etc. einüben 
kann. Ist diese Voraussetzung erfüllt, die auch von dem Herrn Heraus- 
geber mit grölster Schärfe selbst betont wird, so wird ein Reisen- 
der sicherlich von einer solchen Anleitung den besten Gebrauch machen 
können. Denn er ist nicht im Stande eine umfangreiche Bibliothek 
zur Auffrischung seines Gedächtnisses mitzuführen und auf viele offene 
wissenschaftliche Fragen, deren Existenz ihm sonst entgangen wäre, 
wird ihn ein solches Handbuch, das den neuesten Standpunkt der 
Wissenschaft repräsentiert, aufmerksam machen und ihn in den Stand 
setzen, nach Kräften Bausteine zu der sich immer vergrößernden Halle 
der Wissenschaft aus den verschiedensten Gebieten beitragen zu helfen. 
Seit dem ersten Erscheinen der vorliegenden Anleitung sind vierzehn 
Jahre verflossen, vieles hat sich seitdem in den wissenschaftlichen An- 
schauungen geändert und manche neue Forschungszweige auf natur- 
wissenschaftlichem Gebiete haben sich ausgebildet. Der Herr Heraus- 
geber ist mit allerbestem Erfolg bemüht gewesen, die Lücken, welche 
der Tod oder sonstige Umstände in die Reihen seiner Mitarbeiter ge- 
rissen hat, auszufüllen und für die neuen Forschungsgebiete mafsgebende 
  
  
 
	        
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