Full text: Schilderung der Reise (1)

  
Nach Westen 155 
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4. Dezember. Manduca Wayumará, der mit seinem indianischen Na- 
men Urukúba heißt, stattet mir mit seiner Familie einen Besuch ab. 
Schweigsam wie Moltke, mit dem er auch in seinem hageren Gesicht eine ge- 
wisse Ähnlichkeit hat, ist er ein ruhiger, anständiger Mann, wie sein Freund 
und Hausgenosse Felippe. Man muß schon ein Schuft sein wie Bessa, um 
solche Leute schlecht zu behandeln ! — Stundenlang nehme ich mit Uruküba 
seine Sprache auf, ohne daß er ermüdet. 
Das Wayumarä war bisher nur durch 18 Wörter bekannt, die Robert 
Schomburgk aufgezeichnet hat!. Die Sprache weicht vom Makuschi und 
seinen Verwandten stark ab und gehört eng zu der Karaibengruppe Nord- 
und Nordostguayanas, Kalinya-Galibi, Trio und anderen. 
- Abends kommt José Rocha von Livramento zurück mit einem Schrei- 
ben von Galväo. Er hat für mich ein geräumiges Boot gekauft, freilich etwas 
teuer, für 300 Milreis (etwa 390 Mark). Mein Bote hat sich sehr beeilt. Ich 
hatte ihn heute Morgen mit Romeo und Mario nach Livramento gesandt. 
Die beiden anderen sind dort geblieben, um das ganz neue Boot, das noch 
gedichtet werden muß, hierher zu bringen. Galväo hat seinen ältesten Jun- 
gen mitgeschickt, der das Geld in Empfang nehmen soll. Ich scharre mein 
ganzes Vermögen zusammen, brasilianisches Papier, Silber, Nickel und */, 
englische Pfund. 2°/, englische Pfund hatte ich mir als ‚eisernen Bestand“ 
für Venezuela mitgenommen. !/, Pfund hatte ich schon auf der Lancha 
„Macuxy‘ ausgegeben. So bleiben mir noch Y/, englische Pfund für die 
lange Reise bis zu meinem alten Freunde Don Germano Garrido y 
Oteroin Säo Felippe am oberen Rio Negro, bei dem ich wieder Kredit habe. 
Aber jetzt kommen wir ja in das echte Indianergebiet, wo nur Tauschwaren 
gelten, und ein Goldstück weniger Wert hat als ein gutes Messer. 
. 5. Dezember. Galváo junior fährt mit meinem Geld und einem Brief 
voll Höflichkeiten zurück. 
Mit Urukübas Frau, einer Purukotö, nehme ich eine Liste dieser Spra- 
che auf. Ihr Mann und Felippe dienen als Dolmetscher. Auch das Purukot6 
ist ein sehr interessanter Karaibendialekt, ein Gemisch aus Nordnordost- 
Karaibisch und Bestandteilen der Makuschi-Taulipäng-Gruppe. Die einzige 
Aufnahme war bisher die Wörterliste des ‚„‚Ipurucoto‘“, die der vor einigen 
Jahren verstorbene Botaniker Joäo Barbosa Rodriguesin seinem phan- 
tastischen Werk ,,Pacificagáo dos Chrichanäs“2 gibt, und diese Aufnahme ist 
in den meisten Wörtern gänzlich falsch. Viele Wörter sind reines Taulipäng! 
Entweder war sein Gewährsmann ein Taulipäng, der angeblich Purukotö 
* Martius: Beiträge zur Ethnographie Brasiliens. Bd. II, S. 312. Leipzig 1867. 
und Sprachenkunde Amerikas, zumal ? Rio de Janeiro, 1885, 8. 247—260. 
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