Full text: Schilderung der Reise (1)

  
300 Regenzeit 
RIAD OOOO OOOO OOOO COCUCERAOOOOCOAIOOAOCOCOROCOC OO ACAUOOOODOOOCOOAIOAOAOO OOOO O OOOO OO OOOO OA 
halten. Sie wollen sich gar nicht von uns trennen und zetern und lachen 
auf uns ein. Die Frechste von ihnen, mit Namen Födi, eine Nichte Man- 
ducas, klappt die Augenlider um, streckt Schmidt die Zunge heraus und 
schneidet fürchterliche Grimassen. Um sie los zu sein, rufe ich: ,,Euer 
Kahn schwimmt ab!“ Hui! geht es da auf den strammen, rotbemalten 
Beinen die Böschung hinunter. Noch lange hören wir ihr Jauchzen. 
Die Weiber können das Mausen nicht lassen. Wir müssen die Besu- 
cherinnen immer schart im Auge behalten. Neulich stahlen sie mir aus 
dem offenen. Koffer, als ich eben den Rücken wandte, ein Säckchen Per- 
len. Ich merkte den Schaden erst am anderen Tag, als es zu spät war. 
Dann fehlte ein Handtuch. Eine Frau suchte sogar eine von den Photo- 
graphien der Uaupós-Indianer, die ich ihnen zeigte, bei Seite zu schaften. 
Jetzt haben sie mir, während ich draußen photographierte, aus meiner 
Jagdtasche ein Fläschchen mit Chinintabletten entwendet. Sie werden 
wenig Genuß von diesem Raub haben. 
August. 
Ich mache meinen zweiten Besuch bei den Indianern. Dies- 
mal hat mich Manduca abgeholt. Die Baracken sind keine menschen- 
würdigen Wohnungen mehr. Schmutz und Gestank innen und außen. 
Bei dem regnerischen Wetter sind diese Zigeuner zu bequem, um seitab 
im Walde ihre Bedürfnisse zu verrichten. Es sind mehr Leute hinzuge- 
kommen und zu den drei alten zwei neue Hütten, elende Unterschlupfe 
wie jene. Alles steht noch im Zeichen des $ 11. 
Man setzt mir frischen, sehr fetten Tapirbraten vor. Gestern haben 
sie das Tier erlegt, aber zum größten Teil den zahlreichen Hunden vor- 
geworfen. Die Majonggöng schätzen dieses Wildbret nicht sehr. 
Manducas Mutter stellt mir eine uralte, runzelige Frau vor und for- 
dert mich auf, sie ‚„altya!“ („Großmutter!‘) zu nennen, was ich auch 
zur Freude des ganzen Weibervolkes tue. 
Die Männer arbeiten wieder fleißig am Bau. Sie decken den obersten 
Teil des Daches mit Assaiblättern, die sie aus dem Quellgebiet des Ven- 
tuarí, oder Parauá, wie sie den Oberlauf dieses Flusses nennen, geholt 
haben. Hier kommt diese graziöseste aller Palmen! nicht vor. An der 
ganzen Innenseite des Daches bis in die Spitze ist ein leiterartiges Ge- 
rüst errichtet, auf dem die Arbeitenden entlang gehen. Eine Leiter aus 
Baumstämmchen führt vom Erdboden hinauf. Auf einem wagerechten 
Gerüst, das über die Hauptquerbalken des Hauses führt, liegen, aufein- 
ander geschichtet, die zusammengefalteten, zum Gebrauch fertigen Palm- 
1 Euterpe oleracea. 
  
 
	        
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