Full text: Schilderung der Reise (1)

  
\ 
il 
| 
| 
| 
| 
I 
N 
326 Antonio Yaracune 
ÄTNIAIRDIIAEINDEKANDELKERDEBERDDBRERURREEIDTIDIDAUAEARARDEBRRNDERERUDDEERDORLEARTDELDUDERADIDDERARNDEBERADDRERLIDLAANIREHKRRDERERDUDEERDDLEIATDRAAAUDAARABRKARTDEEREITTERRTNDASTARDDNATDAKAURDEIDERNTDTLATITATANUAETRRRERLERRDERRRNERTENITENG 
gezogen und lasse mich von dem fernen Lärm einschläfern. Zwiegespräch 
zwischen den beiden Zauberärzten, wildes Geschrei, Wechselgesang, wie 
gestern. — Kurz vor Mitternacht wache ich von lautem Gelächter auf. In 
der Maloka geht es lustig zu. Während Manduca ununterbrochen einen 
eintönigen, halblauten, rhythmischen Gesang hören läßt, ergeht sich der 
andere bald in lautem Geschrei, bald in rauhem „ho — ho — ho —“ 
-Gelächter, bald stößt er kurze Sätze hervor, die von den Zuhörern, die 
anscheinend vollzählig versammelt sind, dröhnend belacht werden. Es ist 
das burleske Nachspiel zu der ernsten Zauberfeier. 
20. KAPITEL. 
ANTONIO YARACUNE. 
Zwei Tage später — wir sind gerade vom Abendbad gekommen — 
erscheinen plötzlich unter unserer Baracke vier bekleidete Männer von 
indianischem Typus. Sie begrüßen uns mit Handschlag und ,,buenas 
noches, senores!‘“ Ein älterer Mann mit starker Hakennase scheint der 
Anführer zu sein. Er ist mit Winchesterbüchse bewaffnet. Alle tragen 
amerikanische, mit Perlmutter eingelegte Revolver neben Dolchen in Leder- 
scheide an der Seite. Kleidung und Waffen sind neu, als seien sie soeben 
aus dem Laden gekommen. Wir halten die Leute anfangs für Venezolaner, 
wie sie auch aussehen. Der Alte spricht gut spanisch. Meine erste Frage an 
ihn: „Ist Krieg zwischen Deutschland und Frankreich ?“ beantwortet er: 
„Ich weiß nichts davon.** — Als wir vor einem Jahr Abschied von der 
sogenannten Zivilisation nahmen, sah es am politischen Himmel in Europa 
trübe aus. Er erzählt uns, er habe am unteren Fluß von uns gehört und sei 
. deshalb hierher gefahren, weil er glaubte, weiße Handelsleute zu treffen. 
Ich beruhige ihn darüber und kläre ihn über den Zweck der Reise auf. 
Aber er versteht mich offenbar nicht oder — will mich nicht verstehen. Er 
kann es sich nicht erklären, daß wir in diesen wilden Gegenden reisen, 
nicht um Gold oder Kautschuk zu suchen, sondern um die Leute zu pho- 
tographieren und Körbe, Schmuck und anderen Kram zu kaufen. Von 
einem „Museo“ hat er offenbar nie etwas gehört. Neugierig betastet er 
unsere Sachen und will wissen, was in jedem Koffer ist. Lesen und schreiben 
kann er nicht, das ist sicher, auch nicht rechnen! Ich sage zu Schmidt: 
„Er ist ein reinblütiger Indianer‘, aber dieser will es nicht glauben und 
meint, viele Venezolaner sähen so aus, was leicht möglich ist, da sie viel 
Indianerblut in ihren Adern haben. 
  
 
	        
© 2007 - | IAI SPK
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.