Full text: Mythen und Legenden der Taulipáng und Arekúna-Indianer (2)

  
1. Der Weltbaum und die große Flut 33 
ADUANA ELOR LOLA OOOO ORURO DU DOE OOOO OACI OOOO IREGUA OOOO OLA URI LOLI 00GL0O LOLA 
1. DER WELTBAUM UND DIE GROSSE FLUT. 
(Erzählt vom Arekuná Akúli.) 
Makunaima und seine Brüder litten großen Hunger. Akúli! kam immer 
mit vollem Bauch heim. Er aß immer die Früchte des Baumes Pupú?, den 
er im Walde gefunden hatte, und sagte den anderen nichts davon. Die 
anderen aßen.nur die schlechten Früchte des (Baumes) Kaut-yeg. Da schickte 
Makunaíma Kali? hinter Akúli her, um ihn zu belauern. 
Aküli aß wieder Früchte des Pupú. Kali kletterte in der Nähe auf einen 
Baum, um Aküli zu belauschen. Aküli kam zurück und sagte zu Makunaima: 
„Es gibt dort nichts!“ Kali aber brachte eine Frucht in der Hand mit und 
sagte zu Makunaima: „Das ist die Frucht, die Aküli immer ißt!“ Makunaima 
kostete die Frucht und sagte zu Akúli: „Was du gegessen hast, ist schon 
entdeckt!“ Dann gingen Makunaíma und seine Brüder mit Kali und Akúli 
zu diesem Baum. Makunaíma wollte den Baum umhauen, aber Akül wollte 
es nicht leiden. Da schlugen die Brüder den Baum um. 
Alssie den Baum umgeschlagen hatten, fanden sie einen anderen Baum, 
Ná-yég *, nahe dem ersten. Sie aßen alle Früchte und gingen weiter und 
fanden einen Platz, wo sie viele Tage blieben. Sie hatten wieder großen 
Hunger und aßen schlechte Früchte. Aküli trennte sich von ihnen, um 
andere Früchte zu suchen. Er fand den Baum Wazakd, der alle guten 
Früchte trug, die es gibt. 
Sie hatten noch kein Feuer und aßen deshalb alles roh, Fische, Wild- 
pret, alles. Sie suchten Feuer und fanden den kleinen Vogel Mutúg”, der, 
wie man sagt, das Feuer hatte. Der Vogel war beim Fischen. Makunaima 
band ihm eine Schnur an den Schwanz, ohne daß er es merkte. Da erschrak 
der Vogel, flog hoch und nahm die Schnur mit sich. Diese war sehr lang. 
Die Brüder gingen der Schnur nach und fanden das Haus des Mutúg. Dann 
nahmen sie Feuer aus dem Hause mit. [Vielleicht haben sie es mit Gewalt 
genommen.] 
Dann kehrten sie zurück und suchten Akúli, der jeden Tag Früchte 
von dem Baum Wazakd gegessen hatte. Er hatte den anderen nichts gesagt, 
sondern ihnen nur schlechte Früchte gegeben. Sie fanden Aküli, und Maku- 
1 Ein Nagetier: Dasyprocta Aguti. 5 Onomatopoetischer Name dieses kleinen 
2 Baum mit gelben, eßbaren Früchten. grünen Vogels, dessen dumpfer Ruf 
3 Art Eichhorn, in Brasilien Agutipurü „hutu-hutu‘“ den herannahenden Tag 
genannt. verkündet: Prionites Momota. 
* Baum in den Gebirgen mit eßbaren 
Früchten. 
KOCH-GRÜNBERG, Vom Roroima zum Orinoco, Bd. II. 3 
 
	        
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