Full text: Mexiko

Einleitung. Am Ausſpann. 3 
„Iſt der Canalis auf Seiten der Kirche oder der 
Regierung?“ fragt der eben herzutretende lange Reiters— 
mann, der freudig von den andern begrüßt, am Tiſche 
Platz nimmt, indem er den Laſſo, der am Sattel und 
Halſe ſeines Gaules befeſtigt bleibt, mit dem andern 
Ende über den Arm gelegt, mit ſich an den Tiſch ſchleift. 
„Ja, wer das wüßte. Das hört man immer erſt 
zuguterletzt, wenn die Partie zu Ende iſt. Aber Langer, 
ſag' wo kommſt Du denn her? War es ein gutes Geſchäft, 
das mit der Privat-Deligence?“ 
„Nichts war es. Wir dachten einen Fang von 
100,000 Peſos wenigſtens zu machen. Der Pfarrer ſelbſt 
muß es ſehr wichtig damit gehabt haben, denn ich ſah, 
als er uns am Abend zuvor die Abſolution gegeben, wie 
er mit unſerm Hauptmann, dem Cortina, wieder ein langes 
und breites im Geheimen zu beſprechen hatte, ehe wir los 
ritten. Der Hauptmann ließ uns eine ganze Weile warten 
an der Kirchhofsmauer draußen vor der Garita Stadt⸗ 
thor), und dann kam er zu uns — nicht auf dem gewöhn— 
lichen Wege — ſondern auf ſeinem gewöhnlichen unter— 
irdiſchen Schlupfwege. — —“ 
„Vom Kirchhofe her, nicht wahr, wo er den Gang 
benutzt, der aus des Padres Keller unter der Kirchhofs— 
mauer bis zur alten Gruft der Cortinas führt?“ 
„Ganz richtig — er muß ſich ja vorläufig hier noch 
verſteckt halten. —“ 
„Alſo habe ich doch recht, der alte Fuchs ſtöbert hier 
wieder herum!“ ſagte der erſte und fragte gleich darauf 
ungeſtüm nach dem Ergebnis des Überfalls der Kutſche. 
„Nichts von Bedeutung! wie ich Euch ſagte“, war 
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