Full text: Mexiko

  
Ein Haifiſch für eine Mark. 299 
Die halbe Minute, die er unten war, wurde mir zur 
Ewigkeit. Mir klopfte das Herz. Ich muß wohl blaß, 
mit offenem Munde, vor Schrecken ſtarr, dageſtanden haben, 
denn lachend weckte mich der Doktor mit einem Schlag 
auf die Schulter aus meiner plötzlichen Starre mit einem: 
„Da iſt er!“ 
Die Flut teilte ſich. „Mis dos reales!“ rief es über 
das Waſſer froh zu uns herüber. Triumphierend zog er 
an der Leine die weißgraue Maſſe eines kleinen, etwa zwei 
Meter langen jungen Haifiſches hinter ſich her. Mit Hülfe 
der Wogen, die ans Ufer prallten, wurde der Hai an den 
Strand geſchleift. Der Tollkühne erhielt von jedem von 
uns beiden ſein Ausbedungenes, und im ſelben Moment 
hörten wir hinter uns einen freudigen Aufſchrei des ſchwarz- 
braunen Mädchens, ſeiner Concha, die wie eine Windsbraut 
mit ihrem glänzenden, ſchwarzblauen, aufgelöſten Haar her— 
angeſtürmt und ihm um den Hals geflogen war. 
„Gracias a la Santa virgen de Guadalupe!“ rief ſie. 
„Dank der heiligen Jungfrau von Guadalupe! Das iſt 
aber das letzte Mal geweſen, mein Pancho.“ 
„Nun iſt es genug, ich verſpreche es Dir; jetzt können 
wir zum Padre damit gehen“, war ſeine Antwort, und 
damit flogen ſie davon, dem Städtchen zu. 
263* 
  
4 
J 
9 
D 
9 
— 
J 
9 
*4— 
4 
 
	        
© 2007 - | IAI SPK
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.