Full text: Frieden im Krieg

    
  
    
dige Sinnbild ſeiner Wünſche und Beſtrebungen war, mußte 
ihnen, den Carliſten, neue Kraft einhauchen, um den Feind 
mederzuringen. Der kleine katholiſch-⸗liberale König würde 
ſchon fehen, was dabet herauskäme. 
Indeſſen kam doch bald ein Zeitpunkt, da ſich bei den Car⸗ 
liſten die Enttäuſchung mit all ihren niederdrückenden Fol⸗ 
gen einſtellte, ſo daß ſelbſt Celeſtino im vertraulichen Kreiſe 
feinen ſchweren Beforgniſſen Ausdruck gab. Wer wollte es 
fertigbringen, dieſe Basken aus ihrem Lande herauszuholen, 
die einſt in alten Zeiten nicht zum Sturmangriff beim Baum 
MWalato vorgehen wollten, bloß, weil man ihnen ihren Sold 
nicht bezahlt hatte. Solange ſie in ſteter Berbindung mit ihren 
Familien blieben und ihr eigenes Land zum Stützpunkt hatten, 
waren ſie wohl bereit zu kämpfen, allein es gelüſtete ſie nur 
wenig, nach Madrid zu marſchieren, um den Caſtiliern einen 
Konig zu ſchenken. Sie hatten jetzt den Verſuch gemacht, einen 
kleinen unabhängigen Staat zu gründen, mit eigenen Brief— 
marken und eigenen Münzen. Darüber hinauszugehen aber 
fürchteten ſie ſich, ſie fürchteten ſich vor den unbekannten 
Ebenen Caſtiliens und begnügten ſich, jetzt, nachdem ſie jen⸗ 
ſeits des Ebro eine ſo ſtarke Stellung eingenommen hatten, 
ihren im Entſtehen begriffenen Staat zu erhalten und zu 
verteldigen, den ſie freilich zum größten Teil der Hilfe jener 
alten caſtiliſchen Freiwilligen verdankten, die gen Norden 
geeilt waren, ſei es, um vom Kriegshandwerk zu leben, ſei 
es, um ihre ataviſtiſchen Inſtinkte zu befriedigen, und viel⸗ 
leicht auch manchmal aus Ruhmſucht und Prahlerei — und 
die dabet meiſt nichts als Mißachtung und Abneigung ge— 
erntet hatten. 
Der Prätendent begriff, daß es jetzt nötig war, ſich zu 
einer eindrucksvollen Demonſtration zu entſchließen. Man 
begann ſchon ſich zuzuflüſtern, daß er ein Freimaurer wäre 
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