Full text: Bei den Flibustiern auf Cuba

  
  
— 
Direltor, lieber Holberg, der ſchon über zehn Jahre bei mir iſt; auch 
ein Landsmann von uns.“ 
„Ihr könnt dieſe Gelegenheit wahrnehmen, in Baracoa eure 
Einkäufe für die nächſten Monate zu machen,“ ſchloß der alte Herr, 
ſich an ſeine Frau und Hedwig wendend. 
„Schönen Dank für die gütige Erlaubnis, Väterchen,“ bemerkte 
Hedwig, ihrem Vater zärtlich die Wangen tätſchelnd. „Ich werde 
den ausgiebigſten Gebrauch davon machen, da ich vor allen Dingen 
mehrere neue Kleider brauche. Ich ſehe ja aus wie eine scare crow 
(Vogelſcheuche), wie die Engländer ſagen. Nicht wahr, Herr Hol—⸗ 
berg?“ fügte ſie mit ſchelmiſchem Lächeln hinzu. 
„Nun,“ entgegnete dieſer ganz ernſthaft, aber mit einem be⸗ 
wundernden Blick auf die hübſche junge Dame, „ich glaube kaum, 
daß ſich die Vögel ſo beſonders vor Ihnen ſcheuen würden, Fräu— 
lein Hedwig. Wenn ich eine Krähe wäre, thäte ich es ſicherlich 
nicht.“ 
Mit einem etwas ironiſchen Lächeln und nach einem tiefen 
Knixe eilte das junge Mädchen davon, um der Mutter bei den Vor⸗ 
bereitungen zur Reiſe behilflich zu ſein. 
Die Fahrt auf dem Fluſſe verlief in angenehmſter Weiſe. Die 
leichte, von vier Ruderern fortbewegte Pirogue überholte bald die 
ſchwer beladenen großen Fahrzeuge und traf einen Tag vor ihnen 
in Baracoa ein, wo in einem am Hafenquai gelegenen Hotel abge⸗ 
ſtiegen wurde. 
Während die beiden Damen im Laufe des folgenden Tages 
in der Stadt ihre Einkäufe beſorgten, begab ſich der alte Johannſen 
mit Hendrik und Holberg an Bord ſeines am Quai feſtgemachten 
Schooners, um den Kapitän von dem baldigen Eintreffen der mit 
der Ernte befrachteten Fahrzeuge zu benachrichtigen. Der Kapitän 
war ebenfalls ein norddeutſcher Seemann, ſowie auch der Boots— 
  
  
  
  
 
	        
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