Full text: Francis Drake

    
  
    
     
kundliche Forſchungen getrieben hat. Nach kritiſcher Prüfung 
aller Angaben kommt er zu der Anſicht, daß es ſich hier 
nur um das benachbarte Yap oder die Inſel Ngulu, viel⸗ 
leicht auch um die weiter öſtlich gelegenen Truck-Inſeln han⸗ 
deln kann. 
Von den Diebeinſeln⸗ erreichte Drake in vierzehntägiger 
Fahrt die Küſte von Mindanao und nahm dann ſeinen Kurs 
gen Süden. Am 25. Oktober wurden die Talaut⸗Inſeln paſ⸗ 
ſiert, s Tage darauf ſichtete man die Molukken und nahm 
direkten Kurs nach Tidore. Als Drake mit ſeinem Schiff 
die kleine Inſel Motir paſſierte, wurde er von dem Häupt⸗ 
ling dieſes Eilandes, einem Untertanen des Königs von Ter⸗ 
nate, aufgeſucht. Durch dieſen ließ er ſich bereden, Tidore 
nicht aufzuſuchen, da dieſes den verräteriſchen Portugieſen ge⸗ 
hörte. Dieſer Häuptling riet Drake nach Ternate zu fahren, 
wo ihn ſein Herr und Gebieter mit allem verſehen würde, 
was er zur Weiterreiſe benötigte. Am 5. November traf 
Drake auf Ternate ein. Er brauchte dieſen Entſchluß nicht 
zu bereuen, denn die Aufnahme von ſeiten des Fürſten wie 
von der Bevölkerung war überaus freundlich. Während des 
viertägigen Aufenthaltes lernte Drake mancherlei intereſſante 
Züge dieſes fremden Volkslebens kennen. 
Ternate bildete zu damaliger Zeit ein wichtiges Handels⸗ 
zentrum; Hauptausfuhrartikel waren wertvolle, einheimiſche 
Gewürze. Hier weilten „Geſandte“ der verſchiedenſten Länder, 
um durch Abſchließen von Handelsverträgen die begehrten 
Naturprodukte des Landes für ihre eigene Heimat zu ſichern. 
Drake hatte auf dieſer Inſel eine ſeltſame Begegnung mit 
einem chineſiſchen Adligen, der ſeit mehreren Jahren auf 
Tidore in Verbannung lebte und der, als er von der Ankunft 
des engliſchen Schiffes hörte, die Engländer aufſuchte, um 
Neues von der abendländiſchen Kultur zu erfahren. 
22 
   
 
	        
© 2007 - | IAI SPK
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.