Full text: Das Urwaldschiff

  
  
  
  
Rüraſſiere, der hat keine Hoſen an, der hat noch die Schäfte der großen, 
gelben Reiterſtiefel und hat ſich Sohlen aus Rinde darunter gebunden; 
aber noch fehlt keinem der Krieger die Waffe, die langen Degen ſind 
friſch geſchärft; die kleinen, runden Schilde hängen am linken Arm; der 
Arkebuſier trägt Gewehr und Gabel, der Armbruſtſchütze die Armbruſt; 
ſo ſtehen ſie da, mit den Fahnen von Kaſtilien und Leon, und von 
der Höhe des Hügels weht die Flagge des Hauſes Pizarro, mit dem 
neuen Wappen, das den ſchwarzen doppelten Adler der Habsburger 
zeigen darf, die kaſtiliſchen Pfeiler, dann das Lama, als Sinnbild Perus, 
und eine indianiſche Stadt, auf die ein Schiff mit geſchwellten Segeln 
zufährt — — 
Hoch über allen Bannern aber iſt das hölzerne Kreuz, unter dem der 
Generalvikar ſteht, mit den fünf Mönchen, die ihn begleiten; er trägt 
das prunkvolle Meßgewand, das man bis her in das Herz der Wild⸗ 
nis gebracht hat, gleich wird er vor dem Heere die Hoſtie hochheben. 
Gleich wird der feierliche Gottesdienſt beginnen, den Gonzalo Pizarro 
hier leſen läßt, die Vollendung des großen Werkes zu feiern: da ſteht 
der große Gouverneur von Quito, prachtvoll anzuſehen in einem 
vergoldeten Helm, im damaſzierten Harniſch, und mit einer Kette 
großer, ungeſchliffener Smaragden um ſeinen Hals; er iſt größer als 
ſeine Offiziere, die um ihn ſtehen, ſtattlich in dem bunten Schmuck, 
den er liebt; Francisco Oreilana, dicht neben ihm in ſeinem zerfetzten 
Wams, mit den Reiherfedern am Filzhut; ſie haben einander als Kna⸗ 
ben gekannt, ein Herrenſohn und ein Schweinehirt, jetzt iſt der Hirt 
von einſt der Herr des Hidalgos, das aber kann ihm nicht die edlere 
Schlankheit geben, der Hals bleibt kurz und plump, auch wenn er fauſt⸗ 
große Smaragden daranhängt. Wie er daſteht, ganz in ſchwarzer 
Seide, mit dem glänzenden Panzer darüber, den geſchnitzten Stab in 
der Hand, auch noch in der Wüſte mit Prunk beladen, einer von den 
* 150 * 
  
 
	        
© 2007 - | IAI SPK
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.