Full text: Erlebnisse eines schweizerischen Ingenieurs in Californien, Mexico und Texas zur Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges, 1861-1865

  
  
  
XN. 
Die Beſtimmung der geographiſchen Lage 
eines Schiffes auf hoher Bee 
und die amerikaniſche Zeiteinteilung. 
Jedermann weiß, daß die Mutter Erde ſich in 24 Zeit⸗ 
ſtunden einmal um ihre Achſe dreht und da der Aequator in 
360 gleiche Teile oder Längengrade eingeteilt iſt, ſo trifft es 
auf eine Stunde dieſer Umdrehung genau 15 Grade oder 
Minuten Zeit auf einen Grad Luͤnge. Am Aequator hat 
ein Grad 60 Minuten oder 60 Seemeilen. Die Entfernung 
eines Schiffes von einem beſtimmten Punkte oder einem be⸗ 
ftimmten Meridian der Erde ſteht daher in gleichem Verhält⸗ 
niſſe, wie die Zeit auf dem Schiffe zur Zeit des Meridians, 
d. h. der Unterſchied zwiſchen der Zeit auf dem Schiffe und 
der Zeit am Mexidian beſtimmt die Entfernung des erſteren 
vom Aehteren. Man hat daher auf jedem Schiff einen ſogen. 
Chronoineter, der genau nach dem Meridian gerichtet iſt und 
dieſelbe Zeit anzeigt. 
Dieſe Chroͤnometer ſind nun bis auf's ſorgfältigſte ge— 
arbeitete Uhren von zirka 10 cm Durchmeſſer und ſchwingen 
ſich horizontal in einem Univerſalgelenke, damit die Bewegung 
des Schiffes keinen Einfluß auf den Gang haben kann. Sie 
werden alle Tage aufgezogen und wenn die Seereiſe zu Ende 
iſt, ſo bringt man denſelben gewöhnlich auf ein Obſervatorium, 
um deſſen Gang zu prüfen, denn auf den guten Gang dieſer 
Uhr ſtützt ſich die ganze Schifffahrt. Die Ruſſen rechnen 
nach Petersbutg, die Deutſchen nach Berlin, die Franzoſen 
nach Paris, die Engländer aber nach dem Meridian vom 
Greenwich Obſervatorium, welcher auch der gebräuchlichſte iſt, 
da die meiſten Seekarten von England aus verbreitet werden, 
felbſt die Amerikaner haben ihre Zeitzonen nach dem engliſchen 
 
	        
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