Full text: Erlebnisse eines schweizerischen Ingenieurs in Californien, Mexico und Texas zur Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges, 1861-1865

  
  
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wird ihm Sattel und Zaum abgenommen und ſich ſelbſt über— 
laſſen. Im Winter ſieht es miſerabel aus, iſt gar nicht zu 
gebrauchen und nährt ſich von Blättern der Bäume, aber im 
Frühjahr nimmt es eine ganz andere Geſtalt an und iſt ſehr 
ſicher auf den Füßen, klettert auf den ſteinigen Hügeln wie 
im Sumpfe herum. 
Der beſte Platz zur Verteidigung für eine kleine Schaar 
beherzter und gut bewaffneter Weißer iſt eine kleine, etwas 
dominierende Anhöhe in der offenen Prairie, wo nirgends 
Bäume eine Deckung für den Indianer verſchaffen, da heißt 
es denn aushalten und keinen Schuß zu feuern, ohne daß 
man des Erfolges gewiß iſt. Wild jagen die Indianer herum, 
aber immer auͤßer dem Bereiche der Hinterlader, mit einem 
Male verſchwinden ſie und kommen ſelten wieder. Manchmal 
kehren ſie um, wenn einer von ihnen aus dem Sattel ge— 
hoben wird. Wehe aber dem Weißen, der glaubt, ſich durch 
die Flucht zu retten, er macht keine 100 Schritte ſo ſitzt ihm 
die Kugel oder der Pfeil des Indianers im Nacken. 
Als geſchichtliche Merkwürdigkeit iſt zu erwähnen, daß 
die Spanier in allen ihren entdeckten und eroberten Ländern 
in Nord⸗, Central- und Südamerika die zahlreichen Indianer 
durch die Miſſionäre zum Chriſtentum und zur Kultur 
bekehrt haben, die z. B. in Mexiko den Kern der Nation und 
der arbeitenden Klaſſe bilden. Im Nordweſten der Vereinigten 
Staaten nahm man ſtatt der Bibel den Revolver und des— 
halb die verſchiedenen Reſultate. 
  
 
	        
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